Urania-Planetarium
 
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Sterne über Potsdam im Herbst 2019

Von Simon Plate, Planetariumsleiter

Aus: Potsdamer Neueste Nachrichten

 

Aug_2019

Abbildung: Herbstlicher Sternenhimmel über Potsdam um Mitternacht – Quelle: Stellarium, bearbeitet vom URANIA-Planetarium

 

Spätsommerlicher Sternenhimmel

In den warmen Augustnächten bestimmen weiterhin die Sternbilder des Sommers den Himmel. Um Mitternacht steht das Sommerdreieck hoch im Süden. Es besteht aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler. Bekannte Figuren aus der griechischen Mythologie haben sich hier am Himmel verewigt: Der Göttervater Zeus schwebt als Schwan über unseren Köpfen, das Instrument des Musikers Orpheus ist als Leier zu erkennen und zuletzt gesellt sich der Adler aus der Prometheus-Sage zu ihnen. An diese drei Sternbilder schließt sich bereits das Herbstviereck an: Es ist ein Teil des berühmten Pegasus, des geflügelten Pferds der griechischen Sagenwelt. Mit ihm sehen wir einen Vorboten der kühleren Jahreszeit am Himmel.


Die Gasplaneten am Abendhimmel
Tief über dem südlichen Horizont können wir himmlische Objekte leuchten sehen, die der Erde deutlich näher sind, als die Sterne. Es sind die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems: Jupiter und Saturn. Während die fernen Sterne heiße Gasbälle mit vielen Tausend Grad Oberflächentemperatur sind, gehören die mit bloßem Auge sichtbaren – und deutlich kühleren – Planeten zu unserem Sonnensystem. Sie stehen im Vordergrund, der Sternhimmel bildet den weit entfernten Hintergrund.

Gerade haben Jupiter und Saturn ihre Oppositionsstellung hinter sich: Sie standen bis vor kurzem der Sonne genau gegenüber und waren damit die ganze Nacht über am Himmel sichtbar. Das Beobachtungsfenster wird nun kürzer, doch gerade in den Abendstunden können wir beide Gasriesen prächtig leuchten sehen. Wir blicken dabei in einen exotischen Bereich unseres Sonnensystems: Ein fiktiver Raumfahrer könnte mit seinem Raumschiff auf keinem der beiden Planeten landen. Sie bestehen fast vollständig aus Gasen, wie Wasserstoff und Helium. Eine feste Oberfläche gibt es nicht.
Jupiter zeichnet sich durch ein besonders großes Mondsystem aus. 79 Begleiter sind mittlerweile bekannt. Die vier Größten lassen sich bereits mit einem kleinen Fernrohr beobachten: Die Galileischen Monde zeigen sich als vier Lichtpünktchen neben dem von Wolkenbändern gezeichneten Jupiter. Aktuell umkreist die NASA-Raumsonde Juno den Gasriesen und sendet uns atemberaubende Bilder. Auf Ihnen erkennen wir Jupiters stürmische Atmosphäre in den unterschiedlichsten Farben.
Saturn mit seinem beeindruckenden Ringsystem lässt sich ebenfalls schon im kleinen Fernrohr gut beobachten. Dass die Ringe in Wahrheit aus Milliarden kleiner Eis- und Gesteinsbrocken bestehen, die Saturn in einem begrenzten Gürtel umkreisen, wissen wir dank unbemannter Raumsonden.

 

Sternschnuppen im August
Noch deutlich näher am irdischen Beobachter sind die Leuchterscheinungen in unserer Atmosphäre, die wir Sternschnuppen oder Meteore nennen. Besonders zahlreich treten sie im August auf: Die Perseiden-Meteore stehen vor der Tür. Jedes Jahr zur gleichen Zeit im August kreuzt die Erde die Bahn eines Kometen, die vereinfacht gesagt eine langgezogene Staubspur ist. Fallen diese kleinen Staubpartikel auf die Erde herab verglühen sie in unserer Atmosphäre als Meteor. Dieses Jahr häufen sich die Perseiden-Meteore auf bis zu 100 in der Stunde. Das Maximum tritt vom 12. auf den 13.8. ein. Leider wird der fast volle Mond während des Höhepunkts die Sichtung der schwächeren Meteore beeinträchtigen. Trotzdem lohnt sich die Beobachtung! Gehen Sie bei klarem Wetter vor allem nach Mitternacht nach draußen, wenn die Fallrate ihr Maximum erreicht und genießen sie den Himmelsanblick.