Urania-Planetarium
 
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Die Tränen des Laurentius

Himmelsereignisse im August 2018

 

Jedes Jahr im August können wir vor dem Hintergrund des Sommersternenhimmels ein wunderschönes Naturschauspiel beobachten – einen ergiebigen Meteor- bzw. Sternschnuppenstrom.

SH 08_2018

Himmelsanblick, Potsdam am 15.08.2018 um 22 Uhr

Bild: Stellarium/URANIA-Planetarium

Sternschnuppen im August

Am 10. August im Jahre 258 soll der heilige Laurentius als Märtyrer gestorben sein. Wie die mittelalterliche Überlieferung uns glauben machen will, erschienen damals besonders viele Sternschnuppen - die „Laurentiustränen“. Diesen Mythos können wir durch naturwissenschaftliche Fakten erklären: Jedes Jahr im August kreuzt die Erde die Bahn eines Kometen, die vereinfacht gesagt eine langgezogene Staubspur ist. Fallen diese kleinen Staubpartikel auf die Erde herab verglühen sie in unserer Atmosphäre als Meteor. In jeder Nacht können wir diese Leuchterscheinungen vereinzelt am Himmel sehen. Da unser Heimatplanet jene Staubspur im August durchquert, häufen sich die Meteore auf bis zu 100 in der Stunde. Dieses Maximum tritt vom 12. auf den 13.8. ein. Dieses Jahr stört auch das Mondlicht nicht und es ist entsprechend dunkel um schwächere Meteore sehen zu können. Da die Meteore aus Richtung des Sternbilds Perseus kommen, nennen wir diesen Strom „Perseiden“. Blicken Sie in jener Nacht abseits störender Lichtquellen am besten nach 24 Uhr empor und genießen Sie das Schauspiel.

 

Sommerlicher Sternenhimmel

Bei der Gelegenheit sollten Sie den schönen Sommersternenhimmel betrachten: Mitte des Monats steht um Mitternacht das Sommerdreieck hoch im Süden. Es besteht aus den hellsten Sternen der Sternbilder Leier, Schwan und Adler. Bekannte Figuren aus der griechischen Mythologie haben sich hier am Himmel verewigt: Der Göttervater Zeus als Schwan, die Leier als das Instrument des Orpheus und der Adler aus der Prometheus-Sage.

 

Ins Zentrum unserer Galaxie

Durch dieses Dreieck hindurch zieht sich unsere Milchstraße. An Orten fernab störender Lichter ist sie ein atemberaubender Anblick: Unsere Heimatgalaxie, die wir von innen heraus betrachten. Sie besteht aus etwa 200 Milliarden Sternen. Knapp über dem südlichen Horizont verdickt sich dieses leuchtende Band auffällig. Dort blicken wir mitten ins Zentrum dieser galaktischen Spiralscheibe. Verborgen hinter Gaswolken verbirgt sich dort ein massereiches Schwarzes Loch mit mehreren Millionen Sonnenmassen.

 

Planetenparade

Die vier hellsten Planeten reihen sich kurz nach Sonnenuntergang wie an einer Perlschnur aneinander: Venus steht gleißend hell tief im Westen, weiter Richtung Süden stehen zuerst der dominante Jupiter, dann der Ringplanet Saturn. Und im Südosten durch sein helles rotes Licht kaum zu übersehen: Der Mars, den wir Ende Juli in außergewöhnlicher Erdnähe beobachten konnten.